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5. Juni 2008 - Politik
Der totale Ausverkauf der deutschen Wirtschaft
D
ie Globalisierung zieht ihre Schlinge zunehmend enger und schnürt der deutschen Volkswirtschaft damit die Luft ab: Immer mehr ehemals deutsche Unternehmen gehen in die Hände von ausländischen Investoren über. Der Staat und die Kommunen verkaufen alles was Geld bringt um kurzfristig ein paar Haushaltlöcher zu stopfen. Strom, Post, Öffentlicher Nahverkehr, kulturelle Einrichtungen, Müllabfuhr, ja selbst die Wasserversorgung wird, wie beispielsweise in der Hauptstadt Berlin, an private Investoren verscherbelt.
Doch auch immer mehr deutsche Unternehmen die als Aktiengesellschaften tätig sind, werden von internationalen Investoren „freundlich übernommen”, also aufgekauft.
Ulrich Hocker von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) erklärte vor Kurzem, dass „die Mehrheit der deutschen Aktien heute bei Aktionären im Ausland” liege. Im Klartext heißt dies nichts anderes, als dass die Mehrheit der „deutschen” Unternehmen sich mittlerweile in ausländischer Hand befindet.
So fließt im Übrigen auch die zu erwartende Rekord-Dividendensumme von Deutschlands wichtigsten Aktiengesellschaften in diesem Jahr überwiegend auf die Konten ausländischer - vorwiegend amerikanischer und englischer - Investoren. Dabei wüten und wildern die so genannten „Heuschrecken” wahllos auf dem deutschen Markt. Seit Jahren wird ein deutsches Traditionsunternehmen nach dem anderen von ausländischen Konzernen übernommen.
Im Folgenden nur eine kleine und längst nicht vollständige Auswahl:
Aachener Münchner Versicherung, Abtei, Altana Pharma, Apollinaris, Aral, Badenia, Bauknecht, Berliner Zeitung, Beru, Braun, Carglass, Dea, Demag Cranes, Dr. Best, Eko Stahl, Eternit, Europcar, Fendt, Frankonia, Franziskaner, Goldpfeil, GZS, Hansgrohe, Hein Gericke, Hoechst, Hohner, Holsten Brauerei, Hugo Boss, HypoVereinsbank, Ideal Standard, Ihr Platz, Ixos, Jil Sander, Junghans, Kamps, Keramag, Knorr, König Pilsener, Kölnisch Wasser, Krane Optik, Kuemmerling, Leica, Leitz, Löwenbräu, Mannesmann, MTU, Novoferm, Odol, Paulaner, Piper Verlag, Plexiglas, Preussag Energie, Pro Sieben Sat 1, Sachs, Südmilch, Suse Linux, Takko, Tenovis, Thuringia, UHU, Ültje, Volksfürsorge, Varta, Viva, VTG, Wella, WMF, Zapf Creation, und viele mehr…
Die Folgen dieses Ausverkaufs liegen auf der Hand: Die Qualität sinkt, die Menschen werden wegrationalisiert oder „ausgelagert”, Betriebe werden ausgeschlachtet und in Stücken gewinnbringend verkauft, Steuern werden durch Verlustgegenrechnung ausländischer Firmenbereiche nicht mehr in Deutschland gezahlt. Firmen verlagern ihre Produktion in Billiglohnländer oder betreiben gnadenloses Lohndumping. Vollwertige Arbeitsplätze werden durch unterbezahlte Leiharbeit, deren Bedingungen an moderne Sklaverei grenzen, ersetzt. Die durch die Ausverkaufspolitik entstehenden multinationalen Großkonzerne entziehen sich jeglicher staatlicher Kontrolle. Dem internationalen Raubtierkapitalismus, der Menschen lediglich als „Humankapital”, als beliebig austauschbare Konsum- und Arbeitssklaven ansieht, wird dadurch Tür und Tor geöffnet.
In der Bevölkerung wächst die Kritik an den Globalisierungsfolgen. Die Menschen spüren, dass die auf sie einbrechende Entwicklung verhängnisvoll ist. Die etablierten Parteien sind jedoch weder in der Lage noch willens, diesen tödlichen Kreislauf zu stoppen. Stattdessen wird versucht, dem Volk diese Entwicklung als unumstößliches Naturgesetz zu verkaufen. Doch Globalisierung ist nicht unumkehrbar! Eine andere Politik ist möglich, wenn die Erkenntnis erwächst, dass soziale Gerechtigkeit nur in einer solidarischen Gemeinschaft möglich ist in der das Primat der Politik über die Wirtschaft gilt.
Die Wirtschaft hat dem Volke zu dienen und nicht umgekehrt. Der Schutz des Menschen, des Landes und der Natur haben Vorrang vor der rücksichtslosen Globalisierungs- und Ausbeutungspolitik einiger weniger „Global Player”!
Weiterführende Informationen in unserem Aktionsprogramm.
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