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17. Juni 2007
„Demokraten” demaskieren sich selbst -
Nationale besuchen Diskussion „gegen Rechts”
D
onnerstag ist Kino-Tag. Da laufen nämlich Woche für Woche immer die neuen Filme an. Wenn man sich die alle anschauen will geht das aber ganz schön ins Geld und drum muß man es sich gerade als junger Mensch zweimal überlegen, wie viel Geld man für seinen wöchentlichen Unterhaltungsbedarf ausgibt.
Doch zum Glück gibt es ja Alternativen zum teuren Filmspaß auf Großleinwand. Alternativen, für die man nichts bezahlen muß und bei denen man sogar noch selber mitwirken kann - als Sahnehäubchen sozusagen.
Eine eben solche Alternative bot sich am vergangenen Donnerstag im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen. Die „Friedrich-Ebert-Stiftung” hatte zu einer Podiumsdiskussion geladen. Thema - wie sollte es auch anders sein, gibt es doch in der BRD kein größeres Problem - die „rechte Szene in Baden-Württemberg”, speziell im Bodenseekreis.
Eine illustre Runde hatte sich für das Podium angekündigt. Vom Häfler Polizeichef Wolfsturm über den SPD-Landtagsabgeordneten und „Neonazi-Klebeaktion-Geschädigten” Norbert Zeller bis hin zum selbsternannten „Rechtsextremismus-Experten” aus München, der Lichtgestalt des ”intellektuellen Antifaschismus”, Fritz Burschel. Letzterer vertrat übrigens den Polit-Clown und „Berufsneonaziaussteiger” Jörg Fischer, der sich leider kurzfristig krank gemeldet hatte.
Das Ganze versprach also recht lustig zu werden. Klar, dass es sich da auch einige nationale Aktivisten aus der Region nicht nehmen ließen, ebenfalls das Graf-Zeppelin-Haus aufzusuchen und sich neue Schauergeschichten über die bitterbösen Neonazis anzuhören.
Und so kam es, dass die ersten zwei Kameraden, die den Saal betraten sofort erkannt und als „Nazis” und „braune Scheiße” beschimpft wurden. Davon ließen diese sich natürlich nicht beeindrucken. Schließlich, so ihre Argumentation, sei man in einer öffentlichen Veranstaltung, und habe als Bürger somit ein Recht, dieser beizuwohnen. Das musste OB Büchelmeier ebenfalls eingestehen, der es deshalb bei der Ermahnung an die Nationalisten beließ, die Diskussion nicht zu stören. Dies wiederum war für den einen oder anderen „Superdemokraten” natürlich zuviel. Schließlich wollte man ja unter sich sein! Doch alles Gezeter und Geheule half nicht weiter - die „Neonazis” blieben im Raum
Und es kam noch dicker für die Gutmenschenmafia: Nach ca. einer halben Stunde betraten weitere zehn nationale Aktivisten den Raum - auch hier dasselbe Spiel: Provokationen, Beschimpfungen, Drohungen. Doch ist unsereins ja bereits derartiges gewohnt, so dass die Pöbeleien der Anwesenden nicht mehr als ein müdes Lächeln in den Gesichtern der Nationalisten verursachten.
Nun aber zur Hauptattraktion des Abends, der Podiumsdiskussion. Dabei sei vorneweg gesagt: Die Thematik war wenig spektakulär. Die üblichen und tausendfach gehörten Plattitüden und Klischees, über Rassismus, Antisemitismus, 3.Reich-Nostalgie und die angebliche Propagierung der „Überlegenheit der arischen Rasse”. Nichts Neues, nichts weltbewegendes, und schon gar keine Wahrheiten.
Einzig Polizeichef Wolfsturm blieb sachlich und einigermaßen objektiv. Das soll an dieser Stelle auch einmal festgehalten werden!
Die anderen Diskussionsteilnehmer zeigten sich von ihrer pseudodemokratischen Schokoladenseite: Norbert Zeller, Gralshüter von Freiheit und Demokratie (Vorsicht: Ironie) im Bodenseekreis verstieg sich zu der Behauptung, die NPD sei keine „demokratische Partei” (frei nach Göring: „Wer Demokrat ist, bestimme ich!”); aus diesem Grund müsste sie argumentativ bekämpft und verboten werden (ja was darf's denn nun sein?). Nun denn, wenn das Demokratieverständnis eines selbsternannten „Demokraten” bedeutet, unliebsame Parteien zu verbieten, sind wir als revolutionäre Jugend froh, nicht „Demokratiekonform” zu sein. Dankend nahmen wir auch die Bedeutung der so genannten „Zahlencodes” 18 und 88 an, über die uns Herr Zeller aufklärte. Ab sofort werden wir die Kleidung unserer Mitmenschen mit Adleraugen inspizieren und jegliche verdächtige Aneinanderreihung von Zahlen und Buchstaben sofort notieren!
Die absolute Krönung der Runde aber war Fritz Burschel. Dieser Mann wusste viel über „geschulte Neonazikader” zu berichten, und was passiert, wenn man im Kinderzimmer mal „nach dem Rechten” schaut. Mehr oder weniger wissenswertes über Aussteigerprogramme und verschiedene Maßnahmen gegen „rechte Netzwerke” waren von ihm zu hören.
Für 256 Honorar hätten wir jedoch inhaltlich mehr von dir erwartet, Burschel
Seinen Galaauftritt jedoch hatte Burschel ohnehin erst später: Als gegen Ende der im Großen und Ganzen eher langweiligen - weil einseitigen – Veranstaltung eine offene Diskussion stattfinden sollte, wollten die anwesenden Nationalisten ein wenig Leben in die Bude bringen. Aus diesem Grund ergriff ein Kamerad das Wort und richtete ein paar Anmerkungen bezüglich des fragwürdigen Demokratieverständnisses an die Diskutanten. Einige der Anwesenden störten durch Zwischenrufe und ließen dadurch keine Chance für eine faire Behandlung der Thematik. Jetzt schlug Burschels „große Stunde”, getreu seiner zu Anfang verkündeten Auffassung, man dürfe mit „Nazis nicht sprechen”. Ob dies an fehlenden Argumenten oder geistiger Inkompetenz liegt, sei dahingestellt. Zitat: „Das ist eine Masche von denen, das sind alles rhetorisch geschulte Kader, die haben hier nichts zu suchen!” Nun konnten wir zu unserer großen Belustigung live mit ansehen, wie sich der Superdemokrat Burschel selbst demaskierte. Mit zornesrotem Gesicht polterte er auf dem Podium herum. Man wartete förmlich auf die weißen Dampfwölkchen, die ihm sogleich aus dem hoch erhitzen Kopf entweichen würden
Souveränität jedenfalls sieht anders aus! Anscheinend ist Burschels „Antifaschismus” wohl doch nicht so ausgeprägt, um sich seinen „Feinden” auch verbal entgegenzustellen und seine Ansichten glaubhaft zu vertreten.
Als die Veranstaltung zu Ende war, verließen die nationalen Aktivisten den Raum und positionierten sich mit zwei mitgebrachten Transparenten vor dem Ausgang. Dies wiederum zog die Aufmerksamkeit der Gäste auf sich und man konnte noch einige wenige Einzelgespräche führen. Die anwesenden Polizisten ignorierten das Treiben, so dass wir unbehelligt von dannen ziehen konnten.
Zum Abschluss bleibt zu sagen:
Eine starke Demokratie, ein funktionierendes System würde seinem politischen Gegner die Stirn bieten und sich mit dessen Ansichten öffentlich auseinandersetzen. Wir haben an diesem Tag gemerkt wie weit die Toleranz dieser Gutmenschen geht. Meinungsfreiheit gilt nur, solange sich die vertretene Meinung im abgesprochenen Rahmen bewegt - das Grundecht sich in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern, wird unterdrückt. Es wird nach Verboten von Schriften, Tonträgern, ja selbst von demokratisch legitimierten Parteien geschrieen. Wieder einmal wurde klar, wer hier in diesem Saat die wahrhaftigen Faschisten sind.
Wir brauchen kein Deutschland, in dem Parteien verboten, Meinungen unterdrückt und Andersdenkende mit Repressionen überzogen werden!
Für ein freies, offenes, ein besseres Deutschland!
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