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22. September 2007
Offener Brief an den Häfler Ortsverband der GRÜNEN

Sehr geehrte Damen und Herren der Grünen am Bodensee,

aufmerksam, wie wir als junge Menschen, die sich für die Geschehnisse um uns herum interessieren, nun einmal sind, haben wir Ihre der Lokalpresse zu entnehmende Ankündigung, am heutigen Freitag eine Podiumsdiskussion zum Thema „Wie umgehen mit Rechtsextremisten?” zu veranstalten, zur Kenntnis genommen. Diese Veranstaltung stößt bei uns natürlich schon allein deswegen auf Interesse, da Sie mit „Rechtsextremisten” wohl explizit uns, die organisierte nationale Opposition am Bodensee meinen.
Eine illustre Runde selbsternannter „Experten” soll im Seehotel für interessante Diskussionen sorgen. Diskussionen freilich, bei denen Sie diejenigen, um die es eigentlich geht, ausdrücklich nicht dabei haben wollen. Schließlich muss in dieser „Diskussion” ja erst geklärt werden, wie man mit den „Neonazis” umgehen soll und ob man überhaupt mit denen reden darf. Da leuchtet es natürlich ein, dass Sie da lieber unter sich bleiben.
Die offenkundige Hilf- und Argumentationslosigkeit, die diesen Überlegungen zu Grunde liegt, ist geradezu bemitleidenswert. Da sind die so genannten „Neonazis” natürlich absolut fehl am Platze, könnten diese doch durch ihre bloße Anwesenheit Ihr ganzes Lügengebäude, hinter dem Sie sich so gerne verstecken, einstürzen lassen wie ein Kartenhaus.
Nur hat das ganze Theater nach unserem Demokratieverständnis dann nicht mehr viel mit einer „Diskussion” im ursprünglichen Sinne zu tun, wenn ohnehin alle Beteiligten im Grunde der gleichen Meinung sind. Oder meinen Sie nicht? Es ist doch eigentlich zum Gähnen langweilig, wenn sich einige Damen und Herren über ein Thema die Köpfe zerbrechen, zu dem eigentlich sowieso alle die gleiche Ansicht haben: „Neonazis” sind böse, „Neonazis” sind gewalttätig, „Neonazis” sind eine Gefahr. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann muss man sie auch heute noch bekämpfen…
Wäre es nicht dem Charakter der Diskussion viel zuträglicher, auch einmal die „Nazis” selbst zu Wort kommen zu lassen? Ach ja, richtig, das muss ja erst noch auf der Podiumsdiskussion geklärt werden, ob man „mit Anhängern der rechten Szene in Dialog treten kann.”
Fürchten Sie uns so sehr, dass Sie Angst haben, mit uns zu diskutieren? Ist das nicht eine Kapitulationserklärung, eine Demonstration der eigenen Unfähigkeit, sich argumentativ mit dem politischen Gegner auseinanderzusetzen? Ist es nicht die Grundvoraussetzung einer freiheitlichen Gesellschaft, auch unliebsame Meinungen zu tolerieren und sich mit denen, die diese Meinungen vertreten, auszutauschen? Wohlgemerkt: Kritisch, und nicht mit dem Kopf voller dämlicher Vorurteile und überholter Klischees. Denn wir sind nicht die, für die Sie uns offenbar halten. Wir kommen nicht aus zerrütteten Familien, wurden als Kinder nicht misshandelt und entstammen auch nicht sozialen Brennpunkten. Wir sind keine Kriminellen, keine alkoholabhängigen Schläger und keine Terroristen.
Wir sind überzeugt davon, dass unsere Visionen und Gedanken der Grundstein für eine friedliche und erfolgreiche Zukunft sind. Ja, richtig, der Grundstein der Zukunft. Wir befassen uns nicht mit einer Vergangenheit, die wir ohnehin nicht mehr ändern können, sondern wir kümmern uns um das, was wir selbst in der Hand haben: Unsere Zukunft! Niemand, weder Sie, noch irgendjemand anderes in diesem Staat kann uns das verbieten. Niemand wird uns vorschreiben, wie wir zu denken und zu fühlen haben, mit wem wir reden dürfen und mit wem nicht. Wir gehen unseren Weg.
Diesen Weg gehen wir jedoch nicht blind. Wir sind durchaus bereit, Ansichten zu revidieren, wenn uns eine andere Argumentation schlüssiger erscheint. Wir müssen auch nicht erst vorher abstimmen oder eine inhaltslose Diskussion darüber führen, ob wir uns mit Andersdenkenden zum Meinungsaustausch treffen dürfen, oder nicht – wir tun es einfach! Wir suchen die verbale Konfrontation! Wer immer unter sich bleibt, verliert den Blick für die Wirklichkeit. Umgeben von Gleichgesinnten stellt das Verkünden einer Meinung keine Herausforderung dar. Wenn einem alle beipflichtend auf die Schulter klopfen, mag das gut tun. Auf die Dauer jedoch führt es zu einer Verengung des geistigen Horizonts.
Aus diesem Grund ist es schlichtweg ein Armutszeugnis, eine Veranstaltung öffentlich anzukündigen, mit dem gleichzeitigen Hinweis darauf, bestimmte Gruppen ausgrenzen zu wollen. Dies zeugt von einem mehr als fragwürdigen Demokratieverständnis und trägt in sich den Hang zum Totalitären. Denn wer andere Meinungen nicht akzeptieren kann oder will, der disqualifiziert sich selbst und macht sich unglaubwürdig. Derartiges Verhalten ist immer ein Zeichen der eigenen Schwäche.
Aber haben Sie keine Sorge, Sie werden bestimmt ungestört Ihre Märchengeschichten über die „braune Brut” verkünden können. Diejenigen, die Ihnen ohnehin alles glauben, werden Ihnen auch dieses Mal applaudieren. Ändern wird sich am Ende nichts.
Denn eines müssen Sie sich für die Zukunft merken: Wir Nationalisten sind ebenso ein Teil des politischen Lebens hier in der Region, wie es andere auch sind. Niemand kann dies verhindern. Wir sind da, ob es Ihnen passt oder nicht. Und wir lassen uns nicht vertreiben.
In diesem Sinne: Liebt uns oder hasst uns – aber lernt, mit uns zu leben!

Mit freundlichen Grüßen,

NPD Bodensee-Konstanz/
JN-Stützpunkt Bodensee

Der zugehörige Zeitungstext findet sich hier:
http://www.szon.de/lokales/friedrichshafen/stadt/200709180344.html

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